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E-Bike-Akkus halten länger als versprochen

E-Bike-Akkus halten länger, als die Hersteller versprechen. - Gute Nachricht vom ADAC


Bosch-Akku hält mehr als doppelt so lang

Als wahrer Power Bank erwies sich die getestete Bosch-Batterie. Sie hatte nach 661 Ladezyklen immer noch 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität, wobei der Hersteller verspricht 500 Zyklen. Insgesamt ließ sich der E-Bike Akku 1.515-mal be- und entladen, bevor er mit seiner Kapazität auf 30 Prozent sink und nicht mehr zu gebrauchen war.





Die richtige Lagerung kann entscheidend sein

Der Club rät E-Bike-Nutzern, eine nur wenig entladene Batterie nicht gleich wieder zu füllen, weil sie dann schneller verschleißt. Ein Lithium-Ionen-Akku altert aber nicht nur bei jedem Lade- und Entladevorgang, sondern auch bei Inaktivität. "Am wohlsten fühlt sich der Akku, wenn er bei halber Ladung an einem kühlen Ort lagert", so ein Sprecher.


Interview: Dr. Jochen Mähliß


„Man kann die Lebensdauer eines Akkus verdoppeln“


Dr. Jochen Mähliß, Leiter des Prüfinstituts Batteryuniversity in Karlstein, führt mit seinem Team Qualitäts- und Sicherheitsprüfungen von Zellen und Batterien durch


Herr Dr. Mähliß, was können E-Biker tun, um ihren Akku möglichst lange fit zu halten? Radfahrer sollten ihren Akku so selten wie möglich komplett entladen. Und wenn man nicht die maximale Reichweite braucht, ist es sinnvoll, den Akku nicht komplett aufzuladen. Das Batteriemanagement-System passt beim Laden auf, dass kein sicherheitskritischer Bereich erreicht wird – die Batterie also weder tiefentladen noch überladen wird. Wenn man aber regelmäßig den obersten und untersten Spannungsbereich vermeidet, schafft der Akku deutlich mehr Zyklen.





Was heißt das konkret? Wer seinen Akku schonen möchte, sollte ihn möglichst nicht unter zehn Prozent entladen und nicht über 90 Prozent aufladen. Dadurch kann man die Lebensdauer eines Akkus verdoppeln. Das gilt übrigens für alle Lithium-Ionen-Batterien. Auch Schnellladegeräte sind problematisch. Je höher der Ladestrom, desto mehr erwärmt sich der Akku, und umso schädlicher ist das für die Zellen.

Kann man das Akkuleben durch seine Fahrweise beeinflussen? Ja, ein Akku lebt länger, wenn man ihn nicht zu oft unter Volllast betreibt. Eine gemütliche Fahrweise bei mittlerer Unterstützungsleistung schont den Akku dagegen auf lange Sicht.





Was sollte man bei der Lagerung der Batterie beachten? Ein Akku mag es gerne kühl und trocken. Temperaturen über 30 Grad sind zu vermeiden. Die Batterie sollte also nicht bei Sonne im Auto liegen oder hinter der Fensterscheibe in der Garage. Auch wenn das Rad unter einem Wellblechdach parkt oder es in einer Holzhütte steht, kann es dem Akku schon zu warm werden. Dann sollte man ihn lieber ins Haus mitnehmen.

Und wie sieht es im Winter aus? Eine Lagerung bei Minusgraden verträgt das Akkupack bei E-Bikes auch nicht gut. Das schadet zwar nicht den Zellen – aber dem Kunststoffgehäuse. Es wird mit der Zeit spröde.



Quelle: hier




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